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Feb
28

Die Milliardenstory – Ansichten eines Geldmagnaten

Milliardär - Milliardenstory

Foto: istockphoto - pkline

Sie wollen was? Sie wollen wissen wer der Mann hinter den vielen Milliarden ist und was die Hintergründe zu meinem Reichtum sind? Als ob sich das so leicht festmachen ließe. Aber gut, Ihre Neugier ist mir den Versuch einer Erklärung wert.

Mein Name tut aber nichts zur Sache. Gehen Sie davon aus, dass Sie mich bereits aus den Medien kennen. Ich bin Großkapitalist. Die meisten Menschen bewundern, beneiden oder hassen mich. Ich bin gezwungen manchmal zwischen Menschlichkeit und Profit zu entscheiden. Manchmal auch zwischen Menschlichkeit und Überleben.

Meistens liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen. Kommt es zu einer solchen Entscheidung, ist die Menschlichkeit immer zweiter Sieger. Das geschäftliche Überleben geht vor. Ich habe das Leben zu lange von der anderen Seite her kennengelernt, als dass ich das Erreichte leichtfertig aufs Spiel setzen würde.

Menschen bezeichnen mich als raffgierig und unverschämt, wenn ich trotz immenser Gewinne Personal abbaue. Sie verstehen nicht, dass nichts vergänglicher ist, als der Gewinn von gestern, und dass der wirtschaftliche Erfolg des letzten Quartals überhaupt nichts mit dem des nächsten Quartals zu tun hat.

Wenn sich das Blatt wendet und der wirtschaftliche Misserfolg eintritt, fragt keiner mehr, warum das so kam. Niemand nimmt auch nur zur Kenntnis, dass ein Teil der Schieflage, deshalb zustande kam, weil der Unternehmer, trotz besseren Wissens, niemand entlassen wollte. Emotionen und Mitgefühl haben mehr Firmen ruiniert, als jede Wirtschaftskrise. Wer sich zu stark an den Bedürfnissen der Mitarbeiter orientiert, gefährdet seine eigene Existenz. Genau wie derjenige der sich zu stark an seinen Kunden orientiert.

Ja, Sie haben richtig gelesen. Die viel propagierte Kundenorientierung, wenn man sie übertreibt, führt direkt in den Untergang. Wer schon einmal eine Kundenbefragung durchgeführt hat, weiß wovon ich spreche. Die Antworten gehen fast immer in die gleiche Richtung. Es hat sich doch alles eingespielt. Warum etwas verändern? Es läuft alles zufriedenstellend. Vielleicht noch ein klein wenig mehr von dem, was man ohnehin schon hat. Das Gleiche passiert bei den Mitarbeitern. Brauchen wir neue Investitionen? Nein, es geht ja so auch. In diesen schwierigen Zeiten, sollte man die Ressourcen gut einteilen (am besten für die Löhne).

Wer sich von diesem einhelligen Chor seiner Umgebung täuschen lässt, wird ein böses Erwachen erleben. Während um das Unternehmen herum neue Mitbewerber, mit zahllosen neuen Ideen, aus dem Boden schießen, verweilen wir in trauter Harmonie mit unseren Bestandsbewahrern. Wie aus heiterem Himmel, meldet sich der erste Kunde, der vorher noch vollauf zufrieden war und berichtet von einem tollen neuen Angebot eines Konkurrenten. So kreativ und für ihn geradezu maßgeschneidert, noch dazu 20 % günstiger. Unter diesen Umständen würde er ja gerne bei uns bleiben, aber … Sie wissen ja … 20 % … und viel bessere Leistung … er muss ja auch schauen wo er bleibt.

Die Mitarbeiter reagieren äußerst sensibel auf den Hinweis, dass das Lohngefüge beim Mitbewerber deutlich niedriger ist.

„Jetzt sollen wir wieder die Managementfehler ausbügeln“, tönt es plötzlich aus den Reihen derer, die vorher vehement genau diese Entscheidungen gefordert hatten, die nun kritisiert werden. „Hätte er halt nicht auf uns hören dürfen. Er ist doch der Chef. Er muss das doch besser wissen. Wir, die kleinen Leute müssen das jetzt wieder ausbaden.“

Da sind sie wieder. Die kleinen Leute. Seit Menschengedenken haben sich die Leute hinter diesem Begriff versteckt, wenn es darum ging, Verantwortung zu übernehmen. „Ich bin klein, mein Herz ist rein“, so lautete schon ein Bibelspruch, den meine Mutter mir immer vorlas. Viele Menschen tragen den heute immer noch vor sich her, wie einen Schutzschild.

Wenn alles gut läuft, dann beuten die reichen Säcke die armen Arbeiter aus und beteiligen sie nicht ausreichend am Gewinn. Wenn es aber schlecht läuft, dann können die kleinen Leute doch nichts dazu. Schließlich tragen Regierung, Firmenleitung, Gott, die Kirche und sonstige Instanzen die Verantwortung dafür, dass es dem Einzelnen gut geht, oder?

Ich frage mich, ob man diesen Blödsinn eines Tages wieder aus den Köpfen der Menschen heraus bekommt. Jeder ist für sein Leben verantwortlich. Jeder hat die Möglichkeit den Weg der ständigen Weiterentwicklung einzuschlagen, in sich und seine Fähigkeiten zu investieren und sich und seine Arbeitskraft wertvoller zu machen. Ein Potenzial zu entwickeln, welches anderen hilft und im Gegenzug einem selbst wieder Gegenleistungen einbringt. So läuft das Spiel. Solange man sich nur für Quantität, meist für Zeit, bezahlen lässt, wird man immer darauf angewiesen sein, was einem andere geben, oder was Dritte für einen erkämpfen.

Erst wenn man für Ergebnisse bezahlt wird, hat man die Möglichkeit Systeme zu erdenken und umzusetzen, die einem das Geld verdienen. Erst dann ist man wirklich frei. Zumindest in einem größeren Rahmen.

Zugegeben, ich benutze Menschen um meine Ziele zu erreichen. Aber ich zwinge niemand dazu, für mich zu arbeiten. Ich biete einen bestimmten Anteil am Kuchen, oder einen festen Betrag pro Stunde ihrer Arbeit. Wenn ich sie nicht mehr brauche, weil das Projekt erledigt ist, oder zu wenige Aufträge da sind, entlasse ich sie wieder. Punkt.

Umgekehrt lasse auch ich mich benutzen. Ich diene als Ernährungsquelle für ganze Familien. Die Menschen arbeiten für mich, weil ich ihnen Geld gebe, weil ich ihre Existenz sichere. Sie würden niemals arbeiten, wenn ich nicht bezahlen würde. Und wenn ein anderer ein paar Prozent mehr bietet … man muss schauen wo man bleibt, nicht wahr? Es ist ein Geschäft auf Gegenseitigkeit und oft auch auf Zeit.

Reicher-Mann im Anzug

Foto by BenDower - istockphoto.com

Wie gesagt, viele Unternehmer, vor allem Inhaber von Familienbetrieben, scheitern an diesem grundlegenden Verständnis. Sie träumen immer noch vom Patriarchat, in dem sie für alle verantwortlich sind, wie ein Vater für seine Kinder. Nicht umsonst werden oft Manager eingestellt, welche die Drecksarbeit dann machen und die Schuld auf sich nehmen. Der Patriarch kann weiterhin beliebt bleiben. Und Patriarchen wollen meistens geliebt und bewundert werden. Deshalb fliegt der Manager, nach getaner Arbeit auch wieder raus. Sozusagen als Bauernopfer. Seht her, ich habe erkannt, so geht es nicht. Ich bin wieder für Euch da. Gelobt und gepriesen sei der Senior-Chef.

Ich muss immer schmunzeln, wenn ich von diesen Vorgängen höre, die sich in schöner Regelmäßigkeit in verschiedenen Firmen ereignen. Ich habe die Drecksarbeit immer selbst erledigt. Ich will nicht geliebt werden. Ich will erfolgreich sein. Wer mir dabei hilft, den mache ich auch erfolgreich. Wer sich dafür als ungeeignet erweist, muss sein Glück halt woanders suchen. Das sind klare Regeln und ich verheimliche dieses Leistungsprinzip keinem. Jeder der in einem meiner Unternehmen anheuert, weiß was ihn erwartet. Und komischerweise beschweren sich immer nur die Verlierer. Diejenigen, die dem Druck nicht standhalten, die im Wettbewerb zweiter Sieger wurden und die schlicht und ergreifend keine Fighter sind. Großes Maul und wenn es gilt sich zu beweisen, den Schwanz so weit eingezogen, dass man ihn nicht mehr sieht.

Ich hatte schon Dutzende von diesen Typen vor mir sitzen. Exquisite Ausbildung, nur die besten Universitäten, Einser-Abschlüsse und aus den besten Familien stammend. Dann schickt man sie einen Tag lang an die Front und gegen Abend sitzen die gleichen strahlenden Siegertypen, heulend vor meinem Schreibtisch und erzählen mir etwas von Druck und Versagensängsten. Ich schaue ihnen dann fest in die Augen und je nachdem was ich dort sehe, trennen sich unsere Wege oder es gibt noch einen Versuch.

Bevorzugt schicke ich die Jungmanager in den Direktvertrieb. Der Verkauf von Tür zu Tür ist mit das Härteste und gleichzeitig Spannendste, was das Geschäftsleben so zu bieten hat. Der psychische Wettstreit mit einem Kunden, der sich im ersten Moment mal belästigt fühlt und gar nichts mit einem zu tun haben will, ist erschreckend und faszinierend zugleich. Nirgendwo kann man als Manager mehr über Menschen und Menschenführung lernen als dort. Die Mehrheit der Menschen mag einen nicht und steht einem ablehnend gegenüber. Wir Menschen aber, wollen geliebt werden. In neun von zehn Fällen, endet ein Verkaufsversuch, vor allem am Anfang, negativ. Ich lerne mit Misserfolgen und Ablehnung umzugehen und ich lerne aus Fehlern, oder ich werde scheitern. Bei manchen ist das eine Frage von Stunden, andere halten etwas länger durch, aber nur ein Bruchteil der Bewerber zieht es durch.

„Dafür hätte ich ja nicht studieren brauchen. Das ist unter meinem Niveau“, höre ich dann immer wieder. „Ich bin nicht der Typ für den Verkauf, das liegt mir nicht“, sagen die Anderen. Bullshit, sage ich. Wer den Anforderungen im Verkauf nicht gewachsen ist, der braucht sich erst gar nicht im Managementbereich versuchen. Dort ist das Haifischbecken noch wesentlich größer und wilder, als es bei Kundenbesuchen jemals sein könnte.

Wer ein Geschäft und andere Menschen führen will, muss mit den täglichen Ereignissen umgehen können, die auch ein Verkäufer jeden Tag erlebt. Es muss an ihm abperlen wie Wasser, wenn ihn andere Menschen hassen, verachten oder angreifen. Er muss den Willen zur Macht entwickeln, sprich den Willen andere zu beeinflussen. Niemand der großen Gestalten unserer Geschichte, egal ob positiv oder negativ, hätte etwas erreichen können, ohne diesen ausgeprägten Willen zur Einflussnahme.

Motivation nennt man das heute und es wird versucht mit Geld, Geschenken oder Belohnungen Einfluss zu nehmen. Aber letztlich folgt die Masse immer einem starken Willen. Ein entschlossener Geist, der von seinem Vorhaben überzeugt ist und bereit ist zum Aufbruch, der wird andere mitreißen. Das ist nicht immer zu deren Bestem, wie uns Beispiele von Napoleon bis Hitler zeigen. Und auch wenn uns die Geschichte eines besseren belehren sollte, setzt sich dieses Verhaltensmuster bis in die heutige Zeit fort. Wo ein Führer auftaucht, sind die bereitwilligen Anhänger nicht weit.

Im Geschäftsleben ist das ganz genauso. Wer bei seinen Mitarbeitern die gleiche, leuchtende Vision erzeugen kann, die in ihm selbst brennt, braucht kein Belohnungssystem. Die Menschen lechzen nach einem Sinn für ihr inhaltsleeres Leben. Nach etwas Größerem als sie selbst es sind.

Wir, die großen Führer dieser Welt, nutzen dieses Bedürfnis für uns aus. Wir geben den Menschen Zugehörigkeit, Anerkennung und Wertschätzung … solange sie uns im Gegenzug dorthin bringen, wo wir hinwollen. Diese Art nutzbringender Koexistenz funktioniert sehr gut, solange alles nach Plan verläuft. Wenn das Ziel erreicht ist oder verfehlt wurde, ist es mit der Harmonie vorbei. Wenn der gegenseitige Nutzen nicht mehr gegeben ist, oder eine neue Verbindung noch nutzbringender erscheint, als die bisherige, ist die Zusammenarbeit beendet und der ehemals wichtige Partner Teil der Vergangenheit, die, wie schon eingangs erwähnt, nichts mit der Zukunft zu tun hat. Das ist das pragmatische Naturgesetz des Lebens und somit auch der Wirtschaft.

Ich habe eine wunderschöne Frau – Ex-Model und ein Anblick, der einem den Atem verschlägt. Ich selbst bin eher ein Durchschnittstyp, zumindest kein Adonis. Ist sie bei mir, weil sie sich so unsterblich in mich verliebt hat? Aber natürlich. Oder sagen wir es so, sie hat sich in das Leben verliebt, das sie, durch mich und mein Vermögen, führen kann. Keine Einschränkungen beim Einkaufen. Wenn sie etwas haben will, dann greift sie zu. Arbeit? Klar, wenn sie Lust dazu hat, organisiert sie ein Wohltätigkeitsprojekt, einen Event oder sonstige wichtige Veranstaltungen. Aber wenn sie keine Lust hat, macht sie halt gar nichts. Ich ermögliche ihr diesen Lebensstil und sie akzeptiert den goldenen Käfig in den sie sich setzt. Liebe ich sie? Ich denke eher ich besitze sie. Ich besitze gerne schöne Dinge, auch Menschen.

Ich weiß, meine Ehrlichkeit wird viele schockieren, aber es ist nun mal die Wahrheit. Ich bin verliebt in die Macht, die ich über andere habe. Arme Menschen denken oft, es wäre das Geld, das die Reichen antreibt, aber das stimmt nur bedingt. Geld ist ein Mittel zum Zweck. Geld ebnet uns den Weg zum wahren Ziel unserer Begierde – Macht über andere Menschen zu erlangen.

Was sollte einen auch sonst antreiben noch mehr zu verdienen. Ich meine, wenn Sie mal ein paar Milliarden Euro Vermögen aufgebaut haben, glauben Sie wirklich, dass es dann noch groß ins Gewicht fällt, ob sie noch die eine oder andere Million dazu verdienen? Schließlich können Sie sich auf den Kopf stellen und mit den Füßen wackeln – Sie werden nichts mitnehmen können, wenn Sie diese Erde eines Tages verlassen müssen. Warum also die Anstrengung um weitere Millionen, wenn Sie schon jetzt nicht alles ausgeben können, was alleine an Zinsen wieder reinkommt?

Warum den ganzen Stress um einen Tank zu füllen der ohnehin schon überläuft? Ich sage es Ihnen – weil es nicht um das Geld selbst geht, sondern um das Gewinnen. Es geht darum, sich etwas vorzunehmen und es dann umzusetzen. Es geht um die Sucht nach dem täglichen Kampf um den Sieg, um die Gelegenheit sich immer wieder neu zu beweisen. Sieger zu sein, Macht zu erlangen, überlegen zu sein – sich, oder zumindest einen Teil von sich selbst, unsterblich zu machen.

Geldsack-Karikatur

Foto by WellingtonDrawe - istockphoto.com

Der große Traum von der Unsterblichkeit. Die Aussicht in den Geschichtsbüchern namentlich erwähnt zu werden, oder einfach nur die Dinge nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten. Der Antrieb ist bei jedem Menschen anders, aber eines haben wir gemeinsam – das Wissen um die Spielregeln wirtschaftlichen Erfolgs.

Entgegen der weitverbreiteten Annahme, man müsste studiert haben, oder gar einen Doktortitel sein eigen nennen, sind es ganz einfache Regeln und Eigenschaften, die zum Erfolg führen. Wissen kann man kaufen. Unsere Talente, die Hochintelligenz, die Wissenschaftler, die Studenten mit Masters Degree und die Doktoren der Betriebswirtschaft – sie alle neigen dazu, ihr Wissen preiszugeben indem sie es stundenweise, gegen Bezahlung, zur Verfügung stellen. Welche Verschwendung.

Aber ich will nicht meckern. Schließlich lebe ich sehr gut davon, dass diese Leute nicht wissen, wie sich ihr Wissen in richtiges Kapital verwandeln lässt. Der Mensch der weiß wie etwas geht, wird immer einen Job haben. Der Mensch der weiß warum er es will, wird immer sein Chef sein.

Wirklich erfolgreiche Unternehmer eignen sich nicht alles Wissen dieser Welt an. Sie kaufen es bei Bedarf ein, organisieren und nutzen es für die Erreichung ihrer Ziele. Im Grunde ist es ein einfaches Spiel. Die meisten Menschen trauen sich nur nicht, es zu spielen. Zum Glück.

Aber genug der Rede – ich muss mich wieder meinen Aufgaben zuwenden. Geldvermehrung ist ein Full-Time-Job. Machen Sie es gut – und vergessen Sie nicht, dass selbst arbeiten nur dann reich macht, wenn Sie an einem System arbeiten, nicht in einem …

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