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	<title>Written Dreams</title>
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	<description>Kurzgeschichten, Gedanken und Gedichte ...</description>
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		<title>Fegefeuer</title>
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		<pubDate>Wed, 25 May 2011 17:04:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gerd</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Fegefeuer]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Shortstories]]></category>
		<category><![CDATA[Shortstory]]></category>

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		<description><![CDATA[Der alte Mann saß vor seinem Schreibtisch. Die Augen müde vom langen Lesen, lehnte er sich zurück, lauschte dem beständigen Knacken des Kaminfeuers und sein Blick folgte nachdenklich den tanzenden Schatten die vom Licht des Feuers in den Raum gezaubert wurden. Fast lautlos hatte der Eindringling das Zimmer betreten und sich mit den Schatten vermischt. Erst die Pistole in seiner Hand holte den alten Mann in die Realität zurück ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; font-size: 10pt; font-style: normal; font-weight: normal; color: #000000;">
<div id="attachment_56" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a rel="attachment wp-att-56" href="http://written-dreams.de/2011/05/fegefeuer/kaminfeuer-by-rainer-sturm_pixelio-de-300/"><img class="size-full wp-image-56 " style="margin: 5px;" title="Kaminfeuer-by-Rainer-Sturm_pixelio-de-300" src="http://written-dreams.de/wp-content/uploads/2011/05/Kaminfeuer-by-Rainer-Sturm_pixelio-de-300.jpg" alt="Kaminfeuer" width="300" height="221" /></a><p class="wp-caption-text">Bild by Rainer Sturm - pixelio.de</p></div>
<p>Der alte Mann saß vor seinem Schreibtisch. Die Augen müde vom langen Lesen, lehnte er sich zurück, lauschte dem beständigen Knacken des Kaminfeuers und sein Blick folgte nachdenklich den tanzenden Schatten die vom Licht des Feuers in den Raum gezaubert wurden. Fast lautlos hatte der Eindringling das Zimmer betreten und sich mit den Schatten vermischt. Erst die Pistole in seiner Hand holte den alten Mann in die Realität zurück.</p>
<p>&#8220;Jimmy, mein Junge.&#8221; Er setzte sich aufrecht in seinen Stuhl. &#8220;Was machst du denn um diese Zeit noch hier?&#8221;</p>
<p>&#8220;Ich denke das weißt du ziemlich genau Onkel Ron&#8221;, antwortete der junge Mann. Er war etwa Mitte Dreißig, hatte hellblonde Haare und trug Jeans und einen Seemanns-Pullover. Er setzte sich gegenüber und hielt die Waffe im Anschlag.</p>
<p>&#8220;Ich habe nachgeforscht, und ich habe das Tagebuch von Molly, der alten Haushaltshilfe, gefunden. Nichts von dem was ich dadurch erfahren habe warf ein gutes Licht auf dich, und alles zeigte mir, dass ich mich komplett in dir getäuscht habe.&#8221; Er entsicherte die Waffe.</p>
<p>Der alte Mann sah ihn ruhig an, fast so als hätte er diesen Moment schon lange erwartet. &#8220;Tue was du tun musst&#8221;, sagte er, &#8220;es ist in Ordnung.&#8221;</p>
<p>&#8220;Das werde ich&#8221;, erwiderte Jimmy, &#8220;das werde ich. Aber vorher sag mir noch warum. Wie konntest du das nur tun?&#8221;</p>
<p>&#8220;Das ist nicht so einfach zu erklären und schon gar nicht zu verzeihen. Aber wenn du mir noch genügend Zeit gibst, so will ich dir von dem Geheimnis erzählen das ich nun schon so lange mit mir herumtrage.&#8221; Und er begann zu erzählen:</p>
<p>&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;</p>
<p>Es war im Sommer 1965. Ich war jung und das Vermögen meiner Eltern erlaubte es mir den schönen Dingen des Lebens nachzugehen. Es gab kaum eine Party die ich ausließ und was die Damenwelt betraf, so wusste ich auch dort zu gefallen. Kurzum, das Leben war leicht und Sorgen ein Fremdwort.</p>
<p>Dann kam jener Sonntag Abend im Juli. Wir waren bei einem Tanzwettbewerb zu Gast. Die Veranstaltung war eher bieder, die Tänze nichts Außergewöhnliches und das Publikum ohne Ahnung von dem was ihm da eigentlich geboten wurde. Ich war gerade dabei nach einer Ausrede zu suchen um mich aus dem Staub zu machen.</p>
<p>Doch dann war Mary mit Tanzen an der Reihe und als sie mit ihrem Partner die Tanzfläche betrat wurde es urplötzlich mucksmäuschenstill im Saal und mir schien es als würde alles um sie herum leuchten. Sie hatte langes, dunkelblondes Haar das beim Tanzen umherwirbelte. Ihr Antlitz war fast überirdisch schön. Sie trug ein hautenges, rosafarbenes Tanzkleid welches ihre begnadeten Formen eher unterstrich denn verbarg, und das den Blick auf die wundervollsten Beine freigab die ich jemals gesehen hatte.</p>
<p>Ich wusste es von der ersten Sekunde an – das war die Erfüllung meiner Hoffnungen, die fleischgewordene Traumfrau, an deren Existenz ich niemals zu glauben gewagt hatte. Noch lange nach ihrem Auftritt konnte ich den Blick nicht von der Tanzfläche wenden. Aber ich sah nichts von dem was dort geschah, sondern folgte immer noch den imaginären Drehungen der Frau die ich liebte ohne sie wirklich zu kennen.</p>
<p>Bei meinen Nachforschungen stellte sich heraus, dass unsere Väter zusammen im Krieg gekämpft hatten und früher gute Freunde waren. Ich nutzte diese Erkenntnis um Kontakt mit ihr aufzunehmen und um sie besser kennen zu lernen. Wir verstanden uns auf Anhieb und ich fragte mich ob sie wohl schon in festen Händen war. Sie trug zwar einen Ring aber das konnte ja auch reiner Schmuck sein. Wie dem auch sei, ich würde sie erobern, das stand für mich fest. Diese Frau war für mich bestimmt, egal was bisher geschehen war.</p>
<p>Wir unterhielten uns den ganzen Abend über Gott und die Welt und ich kann mich nicht erinnern eine Konversation jemals so genossen zu haben. Sie war nicht nur wunderschön sondern auch überaus klug und gebildet.</p>
<p>&#8220;Ich muss Sie unbedingt noch meinem Mann vorstellen&#8221;, sagte sie gegen Ende des Gesprächs plötzlich, und mir war als habe man einen Riesengong neben mir geschlagen. Wie im Nebel folgte ich ihr orientierungslos durch die Menschenmasse, fast wie ferngesteuert. Dann lichteten sich die Reihen vor uns und Mary sagte: &#8220;James, darf ich dir Ron Turner vorstellen, den Sohn von Will Turner, Daddy&#8217;s altem Kriegskameraden. Ron das hier ist James, mein Mann.&#8221;</p>
<p>Ich stand da wie vom Donner gerührt. Freundlich und aufmunternd lächelte mich der Mann im Rollstuhl an und streckte mir die Hand entgegen. &#8220;Schön Sie kennen zu lernen. Ich hoffe Sie werden für den Rest der Woche unser Gast sein. Wir haben einen Landsitz ganz in der Nähe und freuen uns über jeden Besuch.&#8221;</p>
<p>Das kam ein bisschen plötzlich und ich war unsicher, aber innerlich machte mein Herz einen Sprung weil ich nun die Gelegenheit hatte in Marys Nähe zu sein. &#8220;Es wäre mir eine Ehre&#8221;, antwortete ich und lächelte zurück. Ich war enttäuscht. Wäre sie die Frau von Elvis Presley gewesen, von Errol Flynn oder von einem der Beatles, ich hätte mit offenem Visier angreifen und um sie kämpfen können. Wie aber konnte ich gegen einen Mann im Rollstuhl vorgehen? Selbst wenn ich gewänne würde ich mein Ansehen verlieren. Nein, das hatte keinen Sinn. Ich beschloss Abstand zu nehmen von meinem Entschluss.</p>
<p>Nichtsdestotrotz genoss ich die Sommertage auf dem Landsitz, die langen Gespräche am Kamin und vor allem die Nähe von Mary während meines Aufenthaltes. Insgeheim hoffte ich, sie wäre unglücklich mit ihm und je mehr ich mich in meinen Wahn steigerte, je mehr scheinbare Anzeichen fand ich, die dies zu beweisen schienen.</p>
<p>In einem letzten lichten Moment erkannte ich die Gefahr die über uns hing wie ein Damoklesschwert und ich beschloss abzureisen. Aber als mich beide baten den Rest des Sommers bei ihnen zu verbringen konnte ich nicht widerstehen. Vor allem ihre Bitte und ihr Geständnis, dass sie die Gespräche mit mir genossen hatte, bestärkten mich in dem Glauben, sie befreien zu müssen.</p>
<div id="attachment_57" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a rel="attachment wp-att-57" href="http://written-dreams.de/2011/05/fegefeuer/feuerball-by-oliver-mohr_pixelio-300/"><img class="size-full wp-image-57 " style="margin: 5px;" title="Feuerball-by-Oliver-Mohr_pixelio-300" src="http://written-dreams.de/wp-content/uploads/2011/05/Feuerball-by-Oliver-Mohr_pixelio-300.jpg" alt="Feuerball Sonnenuntergang" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Bild: Oliver-Mohr @pixelio.de</p></div>
<p>Meine Liebe zu ihr hatte sich zur Besessenheit entwickelt und je unerreichbarer sie für mich war, desto stärker begehrte ich sie. Das Feuer der Leidenschaft verbrannte jeden vernünftigen Gedanken in mir und ich beschloss Mary für mich zu gewinnen, koste es was es wolle. Er hatte kein Recht ihr junges Leben zu zerstören.</p>
<p>Ich konnte kaum mit der Tür ins Haus fallen und ihr auch nicht direkt Avancen machen. Sie war viel zu aufrichtig und loyal um ihren Gatten zu hintergehen. Also war es er, der die Beziehung beenden musste. Also machte ich mir die Waffe des Zweifels und des Misstrauens zum Verbündeten und vertraute auf deren schleichende, vernichtende Kraft.</p>
<p>Wir unternahmen herrlich lange Spaziergänge um die letzten Sommernachmittage zu genießen. Manchmal gingen nur Mary und ich, manchmal begleitete mich James und ab und zu durchquerten wir zu dritt die endlosen Wiesen, Felder und Waldstücke des Landgutes. In den letzten Tagen hatten sich zunehmend Wolken an den sonnigen Himmel gemogelt und verdunkelten die Szenerie immer mehr. Es ging immer wieder Regen nieder der den Untergrund seicht und unsicher machte, so dass James sich darauf nicht mehr fortbewegen konnte, so waren zuletzt meist nur Mary und ich unterwegs.</p>
<p>Ich strickte weiter an meinem perfiden Plan Mary zu befreien, der für mich zu einer Art Mission geworden war. Mal erzählte ich ihr vom Leben in der Stadt, wohlwissend, dass sie nur ihm zuliebe auf dem Land lebte, mal sagte ich ihm wie glücklich er doch sein müsse, dass eine so hübsche Frau für ihn auf vieles verzichte. Dann wieder mutmaßte ich, dass sie wohl auch ab und an unzufrieden sei, erkundigte mich scheinheilig ob seit James Unfall auch sonstige Freuden des Ehelebens erfüllt werden konnten und so weiter.</p>
<p>Die beiden stritten immer öfter und ich war nur allzu gerne bereit, Mary zu trösten wenn er sie beleidigt hatte oder ihr Vorwürfe machte. &#8220;Ich verstehe auch nicht was auf einmal mit ihm los ist&#8221;, sagte ich dann gewöhnlich. &#8220;Er sollte dich jedenfalls nicht so behandeln.&#8221;</p>
<p>Die Tatsache, dass mir beide vertrauten nutzte ich gnadenlos aus. Wenn er mich fragte, sagte ich sie wäre wohl unglücklich und wolle es ihm zuliebe nicht zeigen, aus Rücksicht auf seine Lage. Außerdem solle sie nicht so undankbar sein. Schließlich fehle es ihr hier an nichts und ich könne ihr Verhalten auch nicht verstehen. Von einem Gespräch mit ihr riet ich ihm ab. Das würde sie sicher verschrecken. Ihr riet ich ihn möglichst in Ruhe zu lassen bis er sich wieder gefangen hatte. Das wäre sicher nur eine Phase, wenngleich sie natürlich eine solche Behandlung nicht verdiene. Sie entfremdeten sich dadurch immer mehr.</p>
<p>Mein Plan ging geradezu perfekt auf und ich konnte bald zum finalen Schlag ausholen. Als sich Mary wieder mal bei mir ausweinte geschah es und wir gaben uns der Leidenschaft des Augenblicks hin. Während ich mich am Ziel meiner Träume wähnte war sie von Reue und Zweifel zerrissen. Ich musste ihr versprechen die Sache zu vergessen und niemandem etwas zu sagen. Ich versprach es, sorgte aber dafür das Gerüchte unter dem Personal gestreut wurden und schließlich auch James mit der Zeit etwas davon erfuhr.</p>
<p>Er stellte mich zur Rede. Ich heuchelte Reue und Verzweiflung, log ihm vor sie hätte sich in mich verliebt, wolle ihn aber aus Respekt und aus Rücksicht auf seine Lage nicht verlassen. Als Höhepunkt fragte ich ihn ob er seine junge Frau denn nicht glücklich sehen wolle. Und wenn ja, dann müsse er sie verlassen, nicht umgekehrt. Ich schlug ihm vor er solle behaupten er habe sich in eine Andere verliebt und wolle die Trennung. In seiner Verzweiflung stimmte er nach einer Weile zu. Seine Liebe zu ihr war groß genug dafür und ich nutzte das eiskalt aus. Er reichte mir die Hand und bedankte sich für meine Aufrichtigkeit. Ohne ein Wort und ohne ihn anzusehen verlies ich den Raum.</p>
<p>Ich saß mit Mary gerade beim Tee als wir den Schuss aus seinem Büro hörten. Er hielt sich an unseren Plan, hatte aber den Ablauf geändert. Er saß zusammengesunken in seinem Rollstuhl, das Gesicht zerstört. Auf dem Schreibtisch lag ein Zettel:</p>
<p>Liebste Mary,<br />
ich danke dir für die schöne Zeit und die Opfer<br />
die du für mich erbracht hast. Jetzt bist du frei.<br />
Fang an zu leben.<br />
In ewiger Liebe<br />
James</p>
<p>&#8220;Warum tust du mir und dem Kind das an?&#8221;, schrie sie ihn an und wir konnten sie nur mühsam aus dem Zimmer führen.</p>
<p>Sie brach danach völlig zusammen. Sie schien jeden Halt im Leben verloren zu haben. Ich weiß nicht von was ich mehr geschockt war. Von der Tatsache, dass Mary ein Kind erwartete oder von der schlagartigen Erkenntnis, dass sie James tatsächlich geliebt hatte. Dieser Gedanke war mir die ganze Zeit über, in meiner grenzenlosen Überheblichkeit, nicht ein einziges Mal in den Sinn gekommen. Sie hatte ihn von ganzem Herzen geliebt. Mehr noch, er war ihr Lebensinhalt gewesen. Keine Spur von Last und Unfreiheit. Alles was sie je wollte war er. Es war als würde ich aus einem ewig scheinenden Traum erwachen und die ganze Wahrheit lag wie ausgekotzt und ungeschminkt zu meinen Füßen. Alle Probleme die beide miteinander hatten waren von mir inszeniert. Aus reinem Eigennutz hatte ich das Glück zweier Menschen zerstört. Aber die Einsicht kam viel zu spät.</p>
<p>Das einzige was Mary noch am Leben hielt war ihr Kind und als sie es geboren hatte sah sie wohl ihre Aufgabe als erfüllt an. Danach fiel sie von einer Krankheit in die nächste. Ihr gesamter Lebensmut war wie weg geblasen. Kurz bevor sie starb rief sie mich an ihr Bett, nahm mir das Versprechen ab mich um ihren Sohn Jimmy zu kümmern und dankte mir für den Beistand und dafür, dass ich immer für sie da war in all der schweren Zeit. Ich wollte ihr alles gestehen aber die Angst, dass sie mich hassen könnte und der Ekel vor mir selbst schnürte mir die Kehle zu und so nickte ich stumm mit Tränen in den Augen und drückte ihre Hand.</p>
<p>&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;</p>
<p>Das Kaminfeuer war fast heruntergebrannt und die Bewegung des alten Mannes holte Jimmy aus seiner Trance in der er der Erzählung gefolgt war.</p>
<p>&#8220;Ich zog dich groß, schickte dich auf die besten Schulen, sorgte dafür, dass es an nichts fehlte, aber nichts von all dem konnte meine Schuld sühnen&#8221;, schloss der Alte seine Erzählung ab.</p>
<p>Jimmy hielt die Waffe immer noch auf ihn gerichtet. &#8220;Heißt das, du bist mein Vater?&#8221;, fragte er mit unsicherer Stimme.</p>
<p>&#8220;Ich weiß es nicht&#8221;, antwortete der Alte. &#8220;Sie ließ nie einen Zweifel daran, dass du James Sohn bist. Wir wollen es dabei belassen, dass du für mich wie ein Sohn bist.&#8221;</p>
<p>&#8220;Hast du gar keine Angst, dass du gleich in der Hölle schmoren wirst für das was du getan hast?&#8221; Er zielte auf den Kopf des Alten.</p>
<p>Der lachte kurz auf. &#8220;Mein Junge. Das Fegefeuer der Reue brennt nun schon unzählige Jahre in mir und hat meine Seele, meine Freude und meine Selbstachtung aufgezehrt. Alles was jetzt noch kommt bedeutet Erleichterung und Erlösung. Und nun beende dein Vorhaben. Es wird kalt hier drin.&#8221;</p>
<p>Er lehnte sich zurück und schloss die Augen. Jimmys Hand zitterte. Er versuchte abzudrücken aber es gelang ihm nicht. Kraftlos lies er den Arm sinken, legte die Pistole auf den Tisch und ging aus dem Raum.</p>
<p>Als er gerade in sein Auto stieg durchbrach ein Schuss aus dem Büro des Alten die Stille. Er atmete tief durch, startete den Motor und fuhr davon.</p>
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		<title>Das Abschiedslied &#8211; The winner takes it all</title>
		<link>http://written-dreams.de/2011/04/das-abschiedslied-the-winner-takes-it-all/</link>
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		<pubDate>Sun, 24 Apr 2011 16:15:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gerd</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[ABBA]]></category>
		<category><![CDATA[Abschiedslied]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Shortstory]]></category>
		<category><![CDATA[The winner takes it all]]></category>

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		<description><![CDATA[The winner takes it all - den alten ABBA-Song im CD-Player, das weiße Papier vor sich, schickte sie ihre Gedanken auf die Reise und fing an zu schreiben. Es sollte ihr letzter Brief an ihn werden. Ein Versuch abzuschließen, aber ... ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/kL6sOIsBC0U&amp;"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="never"></param><param name="allownetworking" value="internal"></param><param name="flashvars" value="" /><embed src="http://www.youtube.com/v/kL6sOIsBC0U&amp;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="never" allownetworking="internal" allowfullscreen="true" width="425" height="344" flashvars=""></embed></object></p>
<p>Innerlich ganz ruhig, setzte sie sich an den alten Küchentisch. Der Bogen weißes Papier, und ein Bild von ihm, lagen vor ihr. Im Hintergrund lief die CD mit ihrem Lieblingslied.</p>
<p>&#8220;Lieber Peter,</p>
<p><strong>I don&#8217;t want to talk – about things we gone through &#8230;&#8221;</strong></p>
<p>Mit der ersten Zeile des alten ABBA-Songs begann sie ihren Brief. Die Tränen ließen alles etwas vor ihren Augen verschwimmen, aber mit einem Ruck zwang sie sich zur Konzentration auf ihr Vorhaben.</p>
<p>&#8220;Viel zu viel haben wir durchgestanden, als das ich hier alles anführen kann&#8221;, schrieb sie weiter. &#8220;Weit über die Hälfte meines Lebens waren wir füreinander da. Sind durch Zeiten der großen Liebe und Leidenschaft, der Gewöhnung, der Krisen, des Streits, der Versöhnung und der gegenseitigen Hilfe gegangen. Alles um uns herum war im Wandel begriffen. Was feststand war, dass wir alles gemeinsam durchstehen.&#8221;</p>
<p>Sie machte eine Pause und ließ ihre Zeilen etwas wirken. Sie dachte an die vielen Pärchen, die sie im Lauf der Zeit kennen lernten und die sich irgendwann trennten. Wir sind die, denen das nicht passieren kann, dachte sie dann immer.</p>
<p><strong>“Though it&#8217;s hurting me – now it&#8217;s history &#8230;”</strong></p>
<p>Natürlich hat es mich verletzt und natürlich tut es weh, dass dies alles jetzt vorbei sein soll. Wir haben die dunklen Wolken ignoriert, die am Horizont heraufzogen, haben darauf vertraut, dass sie nur ein weiteres Gewitter mit sich führen würden, das den Himmel und die Luft säubert und sich wieder von dannen macht. So war es doch vorher schon so oft. Was war diesmal anders? Der Gedanke an ein Ende mit all seiner Endgültigkeit nimmt mir den Atem. Vielleicht ist es diese Endgültigkeit, die fehlende Chance wieder neu zu beginnen, alles auf Start zu stellen und einfach von vorne anzufangen, wie bei einem Spiel – vielleicht ist es diese Endgültigkeit, die unsere Furcht vor solchen Situationen begründet, ähnlich der Angst vor dem Tod.“</p>
<p>Nachdenklich hob sie den Kopf und schaute auf sein Bild. &#8220;Ich hab keine Angst mehr vor dem Tod&#8221;, sagte sie. &#8220;Es ist kein Platz mehr in mir für diese Angst.&#8221;</p>
<p><strong>&#8220;I`ve played all my cards, and that&#8217;s what you done, too. Nothing more to say, no more ace to play …”</strong></p>
<p>Alles was ich noch hätte tun können, habe ich versucht, und ich will zumindest glauben, dass du dasselbe auch getan hast. Es gibt eigentlich nichts mehr zu sagen. Vielleicht haben wir unsere Worte einfach mit der Zeit verbraucht und es ist nun, am Ende, nichts mehr übrig, was man noch anführen könnte – kein Ass mehr, das man noch aus dem Ärmel ziehen könnte.</p>
<p><strong>“The winner takes it all – the loser&#8217;s standing small – it&#8217;s simple and it&#8217;s plain – why should I complain? …”</strong></p>
<p>Sie war jünger, sie war schöner, sie war erfrischend anders, sie stand für sprühendes Leben und Abenteuer. Ich nur für Hausmannskost und warme Füße am Abend vor dem Fernseher. Für Essen auf dem Tisch, wenn du nach Hause kamst, und für Verfügbarkeit, wann immer du mich gebraucht hast.</p>
<p>Schlechte Karten um zu konkurrieren, findest du nicht auch? Der Gewinner bekommt alles, der Verlierer steht im Regen. Es ist ganz einfach und simpel – warum sollte ich mich beschweren? Wir haben gespielt und ich habe verloren. So ist das Leben.</p>
<p>Aber ich wollte nicht spielen. Ich wollte eine Beziehung, in der man zusammenwächst, dachte wir könnten gemeinsam in Würde älter werden, dachte wir wären, eines Tages, eines jener liebenswerten, alten Pärchen das sich gegenseitig über alle Arten von Beschwerden hinweghilft.</p>
<p><strong>“&#8230; but I was a fool – playing by the rules &#8230;”</strong></p>
<p>Ja, ich war wohl ein Idiot, weil ich versuchte nach den Regeln zu spielen, war wohl dadurch auf Dauer zu verlässlich, zu langweilig für dich.</p>
<p><strong>“&#8230; but tell me, does she kiss, like I used to kiss you? Does it feel the same, when she calls your name? …”</strong></p>
<p>Hast du wirklich alles vergessen? Ist alles auf einmal schlecht, was vorher gut war? Sind deine Gefühle für sie genauso stark wie sie einst für mich waren? Oder ist sie nur eine Art Jungbrunnen für dich? Geht es genauso tief bei dir, wenn sie deinen Namen ruft – fühlst du dann genauso, wie bei mir einst?</p>
<p><strong>“&#8230; I apologize, if it makes you feel bad – seeing me so tense, no self-confidence &#8230;”</strong></p>
<p>Tut mir Leid, wenn es dir ein schlechtes Gewissen machte, mich hier so zu sehen. So aufgewühlt und gänzlich ohne Selbstvertrauen, aber es geht im Moment nicht anders. Ich schreibe dir diesen Brief, auch wenn du ihn nicht mehr lesen kannst. Es tut mir Leid, dass ich zu schwach war, die Regeln so zu akzeptieren, wie du dir das gedacht hast. Ich habe gelernt zu akzeptieren, dass der Gewinner alles bekommt. Aber ich wollte bestimmen, wer der Gewinner ist. Ich hoffe du musstest nicht zu sehr leiden. Der Apotheker meinte, das Gift würde recht schnell wirken. Nun ich werde es ja bald wissen.</p>
<p>Ich habe dich geliebt. Schade, dass es so enden musste.</p>
<p>The winner takes it all &#8230; Der Gewinner ist der Tod – er bekommt uns alle.</p>
<p>In Liebe</p>
<p>Claudia</p>
<p>Sie faltete den Brief, legte ihn säuberlich vor sich auf den Küchentisch, und lauschte noch einmal der ABBA CD. Thank you for the music, lief gerade. Ein gutes Lied zum Abschluss, dachte sie, nahm einen tiefen Schluck aus ihrem Glas und legte den Kopf auf den Brief. Fast als würde man einschlafen, dachte sie noch &#8230;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Die Milliardenstory &#8211; Ansichten eines Geldmagnaten</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Feb 2011 17:26:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gerd</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Geldmagnat]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Milliardär]]></category>
		<category><![CDATA[Milliardenstory]]></category>
		<category><![CDATA[Reichtum]]></category>

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		<description><![CDATA[Mein Name tut nichts zur Sache. Gehen Sie davon aus, dass Sie mich bereits aus den Medien kennen. Ich bin Großkapitalist. Die meisten Menschen bewundern, beneiden oder hassen mich. Ich bin gezwungen manchmal zwischen Menschlichkeit und Profit zu entscheiden. Manchmal auch zwischen Menschlichkeit und Überleben. Meistens liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen. Kommt es zu einer solchen Entscheidung, ist die Menschlichkeit immer zweiter Sieger. Das geschäftliche Überleben geht vor. Ich habe das Leben zu lange von der anderen Seite her kennengelernt, als dass ich das Erreichte leichtfertig aufs Spiel setzen würde ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_34" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><a rel="attachment wp-att-34" href="http://written-dreams.de/2011/02/die-milliardenstory-ansichten-eines-geldmagnaten/istockphoto-pkline-unhappy-old-man/"><img class="size-medium wp-image-34   " style="margin: 0px 2px;" title="istockphoto-pkline-Unhappy-old-man" src="http://written-dreams.de/wp-content/uploads/2011/02/istockphoto-pkline-Unhappy-old-man-200x300.jpg" alt="Milliardär - Milliardenstory" width="200" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: istockphoto - pkline</p></div>
<p>Sie wollen was? Sie wollen wissen wer der Mann hinter den vielen Milliarden ist und was die Hintergründe zu meinem Reichtum sind? Als ob sich das so leicht festmachen ließe. Aber gut, Ihre Neugier ist mir den Versuch einer Erklärung wert.</p>
<p>Mein Name tut aber nichts zur Sache. Gehen Sie davon aus, dass Sie mich bereits aus den Medien kennen. Ich bin Großkapitalist. Die meisten Menschen bewundern, beneiden oder hassen mich. Ich bin gezwungen manchmal zwischen Menschlichkeit und Profit zu entscheiden. Manchmal auch zwischen Menschlichkeit und Überleben.</p>
<p>Meistens liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen. Kommt es zu einer solchen Entscheidung, ist die Menschlichkeit immer zweiter Sieger. Das geschäftliche Überleben geht vor. Ich habe das Leben zu lange von der anderen Seite her kennengelernt, als dass ich das Erreichte leichtfertig aufs Spiel setzen würde.</p>
<p>Menschen bezeichnen mich als raffgierig und unverschämt, wenn ich trotz immenser Gewinne Personal abbaue. Sie verstehen nicht, dass nichts vergänglicher ist, als der Gewinn von gestern, und dass der wirtschaftliche Erfolg des letzten Quartals überhaupt nichts mit dem des nächsten Quartals zu tun hat.</p>
<p>Wenn sich das Blatt wendet und der wirtschaftliche Misserfolg eintritt, fragt keiner mehr, warum das so kam. Niemand nimmt auch nur zur Kenntnis, dass ein Teil der Schieflage, deshalb zustande kam, weil der Unternehmer, trotz besseren Wissens, niemand entlassen wollte. Emotionen und Mitgefühl haben mehr Firmen ruiniert, als jede Wirtschaftskrise. Wer sich zu stark an den Bedürfnissen der Mitarbeiter orientiert, gefährdet seine eigene Existenz. Genau wie derjenige der sich zu stark an seinen Kunden orientiert.</p>
<p>Ja, Sie haben richtig gelesen. Die viel propagierte Kundenorientierung, wenn man sie übertreibt, führt direkt in den Untergang. Wer schon einmal eine Kundenbefragung durchgeführt hat, weiß wovon ich spreche. Die Antworten gehen fast immer in die gleiche Richtung. Es hat sich doch alles eingespielt. Warum etwas verändern? Es läuft alles zufriedenstellend. Vielleicht noch ein klein wenig mehr von dem, was man ohnehin schon hat. Das Gleiche passiert bei den Mitarbeitern. Brauchen wir neue Investitionen? Nein, es geht ja so auch. In diesen schwierigen Zeiten, sollte man die Ressourcen gut einteilen (am besten für die Löhne).</p>
<p>Wer sich von diesem einhelligen Chor seiner Umgebung täuschen lässt, wird ein böses Erwachen erleben. Während um das Unternehmen herum neue Mitbewerber, mit zahllosen neuen Ideen, aus dem Boden schießen, verweilen wir in trauter Harmonie mit unseren Bestandsbewahrern. Wie aus heiterem Himmel, meldet sich der erste Kunde, der vorher noch vollauf zufrieden war und berichtet von einem tollen neuen Angebot eines Konkurrenten. So kreativ und für ihn geradezu maßgeschneidert, noch dazu 20 % günstiger. Unter diesen Umständen würde er ja gerne bei uns bleiben, aber … Sie wissen ja … 20 % … und viel bessere Leistung … er muss ja auch schauen wo er bleibt.</p>
<p>Die Mitarbeiter reagieren äußerst sensibel auf den Hinweis, dass das Lohngefüge beim Mitbewerber deutlich niedriger ist.</p>
<p>„Jetzt sollen wir wieder die Managementfehler ausbügeln“, tönt es plötzlich aus den Reihen derer, die vorher vehement genau diese Entscheidungen gefordert hatten, die nun kritisiert werden. „Hätte er halt nicht auf uns hören dürfen. Er ist doch der Chef. Er muss das doch besser wissen. Wir, die kleinen Leute müssen das jetzt wieder ausbaden.“</p>
<p>Da sind sie wieder. Die kleinen Leute. Seit Menschengedenken haben sich die Leute hinter diesem Begriff versteckt, wenn es darum ging, Verantwortung zu übernehmen. „Ich bin klein, mein Herz ist rein“, so lautete schon ein Bibelspruch, den meine Mutter mir immer vorlas. Viele Menschen tragen den heute immer noch vor sich her, wie einen Schutzschild.</p>
<p>Wenn alles gut läuft, dann beuten die reichen Säcke die armen Arbeiter aus und beteiligen sie nicht ausreichend am Gewinn. Wenn es aber schlecht läuft, dann können die kleinen Leute doch nichts dazu. Schließlich tragen Regierung, Firmenleitung, Gott, die Kirche und sonstige Instanzen die Verantwortung dafür, dass es dem Einzelnen gut geht, oder?</p>
<p>Ich frage mich, ob man diesen Blödsinn eines Tages wieder aus den Köpfen der Menschen heraus bekommt. Jeder ist für sein Leben verantwortlich. Jeder hat die Möglichkeit den Weg der ständigen Weiterentwicklung einzuschlagen, in sich und seine Fähigkeiten zu investieren und sich und seine Arbeitskraft wertvoller zu machen. Ein Potenzial zu entwickeln, welches anderen hilft und im Gegenzug einem selbst wieder Gegenleistungen einbringt. So läuft das Spiel. Solange man sich nur für Quantität, meist für Zeit, bezahlen lässt, wird man immer darauf angewiesen sein, was einem andere geben, oder was Dritte für einen erkämpfen.</p>
<p>Erst wenn man für Ergebnisse bezahlt wird, hat man die Möglichkeit Systeme zu erdenken und umzusetzen, die einem das Geld verdienen. Erst dann ist man wirklich frei. Zumindest in einem größeren Rahmen.</p>
<p>Zugegeben, ich benutze Menschen um meine Ziele zu erreichen. Aber ich zwinge niemand dazu, für mich zu arbeiten. Ich biete einen bestimmten Anteil am Kuchen, oder einen festen Betrag pro Stunde ihrer Arbeit. Wenn ich sie nicht mehr brauche, weil das Projekt erledigt ist, oder zu wenige Aufträge da sind, entlasse ich sie wieder. Punkt.</p>
<p>Umgekehrt lasse auch ich mich benutzen. Ich diene als Ernährungsquelle für ganze Familien. Die Menschen arbeiten für mich, weil ich ihnen Geld gebe, weil ich ihre Existenz sichere. Sie würden niemals arbeiten, wenn ich nicht bezahlen würde. Und wenn ein anderer ein paar Prozent mehr bietet … man muss schauen wo man bleibt, nicht wahr? Es ist ein Geschäft auf Gegenseitigkeit und oft auch auf Zeit.</p>
<div id="attachment_35" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a rel="attachment wp-att-35" href="http://written-dreams.de/2011/02/die-milliardenstory-ansichten-eines-geldmagnaten/istockphoto-bendower-man-suit/"><img class="size-medium wp-image-35 " style="margin: 2px;" title="istockphoto-BenDower-Man-suit" src="http://written-dreams.de/wp-content/uploads/2011/02/istockphoto-BenDower-Man-suit-200x300.jpg" alt="Reicher-Mann im Anzug" width="200" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Foto by BenDower - istockphoto.com</p></div>
<p>Wie gesagt, viele Unternehmer, vor allem Inhaber von Familienbetrieben, scheitern an diesem grundlegenden Verständnis. Sie träumen immer noch vom Patriarchat, in dem sie für alle verantwortlich sind, wie ein Vater für seine Kinder. Nicht umsonst werden oft Manager eingestellt, welche die Drecksarbeit dann machen und die Schuld auf sich nehmen. Der Patriarch kann weiterhin beliebt bleiben. Und Patriarchen wollen meistens geliebt und bewundert werden. Deshalb fliegt der Manager, nach getaner Arbeit auch wieder raus. Sozusagen als Bauernopfer. Seht her, ich habe erkannt, so geht es nicht. Ich bin wieder für Euch da. Gelobt und gepriesen sei der Senior-Chef.</p>
<p>Ich muss immer schmunzeln, wenn ich von diesen Vorgängen höre, die sich in schöner Regelmäßigkeit in verschiedenen Firmen ereignen. Ich habe die Drecksarbeit immer selbst erledigt. Ich will nicht geliebt werden. Ich will erfolgreich sein. Wer mir dabei hilft, den mache ich auch erfolgreich. Wer sich dafür als ungeeignet erweist, muss sein Glück halt woanders suchen. Das sind klare Regeln und ich verheimliche dieses Leistungsprinzip keinem. Jeder der in einem meiner Unternehmen anheuert, weiß was ihn erwartet. Und komischerweise beschweren sich immer nur die Verlierer. Diejenigen, die dem Druck nicht standhalten, die im Wettbewerb zweiter Sieger wurden und die schlicht und ergreifend keine Fighter sind. Großes Maul und wenn es gilt sich zu beweisen, den Schwanz so weit eingezogen, dass man ihn nicht mehr sieht.</p>
<p>Ich hatte schon Dutzende von diesen Typen vor mir sitzen. Exquisite Ausbildung, nur die besten Universitäten, Einser-Abschlüsse und aus den besten Familien stammend. Dann schickt man sie einen Tag lang an die Front und gegen Abend sitzen die gleichen strahlenden Siegertypen, heulend vor meinem Schreibtisch und erzählen mir etwas von Druck und Versagensängsten. Ich schaue ihnen dann fest in die Augen und je nachdem was ich dort sehe, trennen sich unsere Wege oder es gibt noch einen Versuch.</p>
<p>Bevorzugt schicke ich die Jungmanager in den Direktvertrieb. Der Verkauf von Tür zu Tür ist mit das Härteste und gleichzeitig Spannendste, was das Geschäftsleben so zu bieten hat. Der psychische Wettstreit mit einem Kunden, der sich im ersten Moment mal belästigt fühlt und gar nichts mit einem zu tun haben will, ist erschreckend und faszinierend zugleich. Nirgendwo kann man als Manager mehr über Menschen und Menschenführung lernen als dort. Die Mehrheit der Menschen mag einen nicht und steht einem ablehnend gegenüber. Wir Menschen aber, wollen geliebt werden. In neun von zehn Fällen, endet ein Verkaufsversuch, vor allem am Anfang, negativ. Ich lerne mit Misserfolgen und Ablehnung umzugehen und ich lerne aus Fehlern, oder ich werde scheitern. Bei manchen ist das eine Frage von Stunden, andere halten etwas länger durch, aber nur ein Bruchteil der Bewerber zieht es durch.</p>
<p>„Dafür hätte ich ja nicht studieren brauchen. Das ist unter meinem Niveau“, höre ich dann immer wieder. „Ich bin nicht der Typ für den Verkauf, das liegt mir nicht“, sagen die Anderen. Bullshit, sage ich. Wer den Anforderungen im Verkauf nicht gewachsen ist, der braucht sich erst gar nicht im Managementbereich versuchen. Dort ist das Haifischbecken noch wesentlich größer und wilder, als es bei Kundenbesuchen jemals sein könnte.</p>
<p>Wer ein Geschäft und andere Menschen führen will, muss mit den täglichen Ereignissen umgehen können, die auch ein Verkäufer jeden Tag erlebt. Es muss an ihm abperlen wie Wasser, wenn ihn andere Menschen hassen, verachten oder angreifen. Er muss den Willen zur Macht entwickeln, sprich den Willen andere zu beeinflussen. Niemand der großen Gestalten unserer Geschichte, egal ob positiv oder negativ, hätte etwas erreichen können, ohne diesen ausgeprägten Willen zur Einflussnahme.</p>
<p>Motivation nennt man das heute und es wird versucht mit Geld, Geschenken oder Belohnungen Einfluss zu nehmen. Aber letztlich folgt die Masse immer einem starken Willen. Ein entschlossener Geist, der von seinem Vorhaben überzeugt ist und bereit ist zum Aufbruch, der wird andere mitreißen. Das ist nicht immer zu deren Bestem, wie uns Beispiele von Napoleon bis Hitler zeigen. Und auch wenn uns die Geschichte eines besseren belehren sollte, setzt sich dieses Verhaltensmuster bis in die heutige Zeit fort. Wo ein Führer auftaucht, sind die bereitwilligen Anhänger nicht weit.</p>
<p>Im Geschäftsleben ist das ganz genauso. Wer bei seinen Mitarbeitern die gleiche, leuchtende Vision erzeugen kann, die in ihm selbst brennt, braucht kein Belohnungssystem. Die Menschen lechzen nach einem Sinn für ihr inhaltsleeres Leben. Nach etwas Größerem als sie selbst es sind.</p>
<p>Wir, die großen Führer dieser Welt, nutzen dieses Bedürfnis für uns aus. Wir geben den Menschen Zugehörigkeit, Anerkennung und Wertschätzung … solange sie uns im Gegenzug dorthin bringen, wo wir hinwollen. Diese Art nutzbringender Koexistenz funktioniert sehr gut, solange alles nach Plan verläuft. Wenn das Ziel erreicht ist oder verfehlt wurde, ist es mit der Harmonie vorbei. Wenn der gegenseitige Nutzen nicht mehr gegeben ist, oder eine neue Verbindung noch nutzbringender erscheint, als die bisherige, ist die Zusammenarbeit beendet und der ehemals wichtige Partner Teil der Vergangenheit, die, wie schon eingangs erwähnt, nichts mit der Zukunft zu tun hat. Das ist das pragmatische Naturgesetz des Lebens und somit auch der Wirtschaft.</p>
<p>Ich habe eine wunderschöne Frau – Ex-Model und ein Anblick, der einem den Atem verschlägt. Ich selbst bin eher ein Durchschnittstyp, zumindest kein Adonis. Ist sie bei mir, weil sie sich so unsterblich in mich verliebt hat? Aber natürlich. Oder sagen wir es so, sie hat sich in das Leben verliebt, das sie, durch mich und mein Vermögen, führen kann. Keine Einschränkungen beim Einkaufen. Wenn sie etwas haben will, dann greift sie zu. Arbeit? Klar, wenn sie Lust dazu hat, organisiert sie ein Wohltätigkeitsprojekt, einen Event oder sonstige wichtige Veranstaltungen. Aber wenn sie keine Lust hat, macht sie halt gar nichts. Ich ermögliche ihr diesen Lebensstil und sie akzeptiert den goldenen Käfig in den sie sich setzt. Liebe ich sie? Ich denke eher ich besitze sie. Ich besitze gerne schöne Dinge, auch Menschen.</p>
<p>Ich weiß, meine Ehrlichkeit wird viele schockieren, aber es ist nun mal die Wahrheit. Ich bin verliebt in die Macht, die ich über andere habe. Arme Menschen denken oft, es wäre das Geld, das die Reichen antreibt, aber das stimmt nur bedingt. Geld ist ein Mittel zum Zweck. Geld ebnet uns den Weg zum wahren Ziel unserer Begierde – Macht über andere Menschen zu erlangen.</p>
<p>Was sollte einen auch sonst antreiben noch mehr zu verdienen. Ich meine, wenn Sie mal ein paar Milliarden Euro Vermögen aufgebaut haben, glauben Sie wirklich, dass es dann noch groß ins Gewicht fällt, ob sie noch die eine oder andere Million dazu verdienen? Schließlich können Sie sich auf den Kopf stellen und mit den Füßen wackeln – Sie werden nichts mitnehmen können, wenn Sie diese Erde eines Tages verlassen müssen. Warum also die Anstrengung um weitere Millionen, wenn Sie schon jetzt nicht alles ausgeben können, was alleine an Zinsen wieder reinkommt?</p>
<p>Warum den ganzen Stress um einen Tank zu füllen der ohnehin schon überläuft? Ich sage es Ihnen – weil es nicht um das Geld selbst geht, sondern um das Gewinnen. Es geht darum, sich etwas vorzunehmen und es dann umzusetzen. Es geht um die Sucht nach dem täglichen Kampf um den Sieg, um die Gelegenheit sich immer wieder neu zu beweisen. Sieger zu sein, Macht zu erlangen, überlegen zu sein – sich, oder zumindest einen Teil von sich selbst, unsterblich zu machen.</p>
<div id="attachment_36" class="wp-caption alignleft" style="width: 213px"><a rel="attachment wp-att-36" href="http://written-dreams.de/2011/02/die-milliardenstory-ansichten-eines-geldmagnaten/istockphoto-wellingtondrawe-karikatur/"><img class="size-medium wp-image-36" title="istockphoto-WellingtonDrawe-Karikatur" src="http://written-dreams.de/wp-content/uploads/2011/02/istockphoto-WellingtonDrawe-Karikatur-203x300.jpg" alt="Geldsack-Karikatur" width="203" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Foto by WellingtonDrawe - istockphoto.com</p></div>
<p>Der große Traum von der Unsterblichkeit. Die Aussicht in den Geschichtsbüchern namentlich erwähnt zu werden, oder einfach nur die Dinge nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten. Der Antrieb ist bei jedem Menschen anders, aber eines haben wir gemeinsam – das Wissen um die Spielregeln wirtschaftlichen Erfolgs.</p>
<p>Entgegen der weitverbreiteten Annahme, man müsste studiert haben, oder gar einen Doktortitel sein eigen nennen, sind es ganz einfache Regeln und Eigenschaften, die zum Erfolg führen. Wissen kann man kaufen. Unsere Talente, die Hochintelligenz, die Wissenschaftler, die Studenten mit Masters Degree und die Doktoren der Betriebswirtschaft – sie alle neigen dazu, ihr Wissen preiszugeben indem sie es stundenweise, gegen Bezahlung, zur Verfügung stellen. Welche Verschwendung.</p>
<p>Aber ich will nicht meckern. Schließlich lebe ich sehr gut davon, dass diese Leute nicht wissen, wie sich ihr Wissen in richtiges Kapital verwandeln lässt. Der Mensch der weiß wie etwas geht, wird immer einen Job haben. Der Mensch der weiß warum er es will, wird immer sein Chef sein.</p>
<p>Wirklich erfolgreiche Unternehmer eignen sich nicht alles Wissen dieser Welt an. Sie kaufen es bei Bedarf ein, organisieren und nutzen es für die Erreichung ihrer Ziele. Im Grunde ist es ein einfaches Spiel. Die meisten Menschen trauen sich nur nicht, es zu spielen. Zum Glück.</p>
<p>Aber genug der Rede – ich muss mich wieder meinen Aufgaben zuwenden. Geldvermehrung ist ein Full-Time-Job. Machen Sie es gut – und vergessen Sie nicht, dass selbst arbeiten nur dann reich macht, wenn Sie an einem System arbeiten, nicht in einem …</p>
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		<title>Warum darf ich keine Kanadier besitzen?</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Feb 2011 12:42:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gerd</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zitate und Fremdwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Bibel]]></category>
		<category><![CDATA[Bibelauslegung]]></category>
		<category><![CDATA[Homosexualität]]></category>
		<category><![CDATA[Leserbrief]]></category>
		<category><![CDATA[Offener Brief]]></category>
		<category><![CDATA[Schlessinger]]></category>
		<category><![CDATA[US-Moderatorin]]></category>

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		<description><![CDATA[Laura Schlessinger, eine US-Moderatorin, verstieg sich auf die Aussage, dass Homosexualität unter keinen Umständen befürwortet werden kann, da diese nach Leviticus 18:22 ein Greuel wäre. Daraufhin schrieb ein gewisser Jake einen offenen Brief an die Moderatorin, den man der Öffentlichkeit nicht vorenthalten sollte ;-)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zunächst mal der Hintergrund zu folgendem Text:</p>
<p>Laura Schlessinger ist eine US-Radio-Moderatorin, die Leuten, die in ihrer Show anrufen, Ratschläge erteilt. Kürzlich sagte sie, als achtsame Christin, dass Homosexualität unter keinen Umständen befürwortet werden kann, da diese nach Leviticus 18:22 ein Greuel wäre.</p>
<p>Der folgende Text ist ein offener Brief eines US-Bürgers an Dr. Laura, der im Internet verbreitet wurde.</p>
<p>***********************************************************</p>
<p>Liebe Dr. Laura,</p>
<p>Vielen Dank, dass Sie sich so aufopfernd bemühen, den Menschen die Gesetze Gottes näher zu bringen. Ich habe einiges durch Ihre Sendung gelernt und versuche das Wissen mit so vielen anderen wie nur möglich zu teilen. Wenn etwa jemand versucht seinen homosexuellen Lebenswandel zu verteidigen, erinnere ich ihn einfach an das Buch Mose 3, Leviticus 18:22, wo klargestellt wird, dass es sich dabei um ein Greuel handelt.</p>
<p>Ende der Debatte.</p>
<p>Ich benötige allerdings ein paar Ratschläge von Ihnen im Hinblick auf einige der speziellen Gesetze und wie sie zu befolgen sind:</p>
<ol>
<li> Wenn ich am Altar einen Stier als Brandopfer darbiete, weiß ich, dass dies für den Herrn einen lieblichen  Geruch erzeugt (Lev.1:9). Das Problem sind meine Nachbarn. Sie behaupten, der Geruch sei nicht lieblich für sie. Soll ich sie niederstrecken?</li>
<li>Ich würde gerne meine Tochter in die Sklaverei verkaufen, wie es in Exodus 21:7 erlaubt wird. Was wäre Ihrer Meinung nach heutzutage ein angemessener Preis für sie?</li>
<li>Ich weiß, dass ich mit keiner Frau in Kontakt treten darf, wenn sie sich im Zustand ihrer menstrualen Unreinheit befindet (Lev.15:19-24). Das Problem ist, wie kann ich das wissen? Ich hab versucht zu fragen, aber die meisten Frauen reagieren darauf pikiert.</li>
<li>Lev. 25:44 stellt fest, dass ich Sklaven besitzen darf, sowohl männliche als auch weibliche, wenn ich sie von benachbarten Nationen erwerbe. Einer meiner Freunde meint, dass würde auf Mexikaner zutreffen, aber nicht auf Kanadier. Können Sie das klären? Warum darf ich keine Kanadier besitzen?</li>
<li>Ich habe einen Nachbarn, der stets am Samstag arbeitet. Exodus 35:2 stellt deutlich fest, dass er getötet werden muss. Allerdings: bin ich moralisch verpflichtet ihn eigenhändig zu töten?</li>
<li>Ein Freund von mir meint, obwohl das Essen von Schalentieren, wie Muscheln oder Hummer, ein Greuel darstellt (Lev. 11:10), sei es ein geringeres Greuel als Homosexualität. Ich stimme dem nicht zu. Könnten Sie das klarstellen?</li>
<li>In Lev. 21:20 wird dargelegt, dass ich mich dem Altar Gottes nicht nähern darf, wenn meine Augen von einer Krankheit befallen sind. Ich muss zugeben, dass ich Lesebrillen trage. Muss meine Sehkraft perfekt sein oder gibt&#8217;s hier ein wenig Spielraum?</li>
<li>Die meisten meiner männlichen Freunde lassen sich ihre Haupt &#8211; und Barthaare schneiden, inklusive der Haare ihrer Schläfen, obwohl das eindeutig durch Lev. 19:27 verboten wird. Wie sollen sie sterben?</li>
<li>Ich weiß aus Lev. 11:16-8, dass das Berühren der Haut eines toten Schweines mich unrein macht. Darf ich aber dennoch Fußball spielen, wenn ich dabei Handschuhe anziehe?</li>
<li>Mein Onkel hat einen Bauernhof. Er verstößt gegen Lev. 19:19 weil er zwei verschiedene Saaten auf ein und demselben Feld anpflanzt. Darüber hinaus trägt seine Frau Kleider, die aus zwei verschiedenen Stoffen gemacht sind (Baumwolle/Polyester). Er flucht und lästert außerdem recht oft. Ist es wirklich notwendig, dass wir den ganzen Aufwand betreiben, das komplette Dorf zusammenzuholen, um sie zu steinigen (Lev.24:10-16)? Genügt es nicht, wenn wir sie in einer kleinen, familiären Zeremonie verbrennen, wie man es ja auch mit Leuten macht, die mit ihren Schwiegermüttern schlafen? (Lev. 20:14)</li>
</ol>
<p>Ich weiß, dass Sie sich mit diesen Dingen ausführlich beschäftigt haben, daher bin ich auch zuversichtlich, dass Sie uns behilflich sein können.</p>
<p>Und vielen Dank nochmals dafür, dass Sie uns daran erinnern, dass Gottes Wort ewig und unabänderlich ist.</p>
<p>Ihr ergebener Jünger und bewundernder Fan</p>
<p>Jake</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Wer Schmetterlinge lachen hört</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Feb 2011 15:18:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gerd</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zitate und Fremdwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Novalis]]></category>
		<category><![CDATA[Schmetterlinge lachen]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer Schmetterlinge lachen hört - Gedicht von Novalis]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">
<p><c><iframe title="YouTube video player" width="480" height="390" src="http://www.youtube.com/embed/9XWlqErsoP4" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></c></p>
<p style="text-align: center;">Wer Schmetterlinge lachen hört,<br />
der weiß, wie Wolken schmecken.<br />
Der wird im Mondschein,ungestört der Furcht,<br />
die Nacht entdecken.</p>
<p style="text-align: center;">Der wird zur Pflanze, wenn er will,<br />
zum Stier, zum Narr, zum Weisen<br />
und kann in einer Stunde<br />
durchs ganze Weltall reisen.</p>
<p style="text-align: center;">Der weiß, dass er nichts weiß,<br />
wie alle anderen auch nichts wissen.<br />
Nur weiß er, was die anderen<br />
und auch er selbst noch lernen müssen.</p>
<p style="text-align: center;">Wer in sich fremde Ufer spürt<br />
und den Mut hat sich zu recken,<br />
der wird allmählich, ungestört von Furcht<br />
sich selbst entdecken.</p>
<p style="text-align: center;">
<p style="text-align: center;">Abwärts zu den Gipfeln<br />
seiner selbst bricht er hinauf,<br />
den Kampf mit seiner Unterwelt<br />
nimmt er gelassen auf.</p>
<p style="text-align: center;">Wer Schmetterlinge lachen hört,<br />
der weiß, wie Wolken schmecken.<br />
Der wird im Mondschein, ungestört von Furcht<br />
die Nacht entdecken.</p>
<p style="text-align: center;">Wer mit sich selbst in Frieden lebt,<br />
der wird genauso sterben<br />
und ist selbst dann lebendiger<br />
als alle seine Erben.</p>
<p style="text-align: center;"><em>Text: Carlo Karges<br />
Musik: Novalis</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Von Liebe und Wahnsinn</title>
		<link>http://written-dreams.de/2011/01/von-liebe-und-wahnsinn/</link>
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		<pubDate>Fri, 21 Jan 2011 22:04:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gerd</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Drama]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Wahnsinn]]></category>

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		<description><![CDATA[Es war ein Tag wie schon so viele vergangen waren in dem kleinen Städtchen am Rande der Pyrenäen, und in der schnuckeligen Eckkneipe langweilten sich die Menschen, wie so oft in den Abendstunden. Sie lechzten nach etwas Ablenkung und Unterhaltung und so erzählte Josef mal wieder von seiner Jugend, seinem Elternhaus und den Abenteuern, die er schon zu bestehen hatte. Hie und da erfand er etwas dazu und lies sich selbst in einem besseren Licht erscheinen, als dies der Wahrheit entsprach, so wie das viele Menschen vor ihm auch schon getan hatten um einem ansonsten zweckfreien Leben ein wenig Glanz zu verleihen ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es war ein Tag wie schon so viele vergangen waren in dem kleinen Städtchen am Rande der Pyrenäen, und in der schnuckeligen Eckkneipe langweilten sich die Menschen, wie so oft in den Abendstunden. Sie lechzten nach etwas Ablenkung und Unterhaltung und so erzählte Josef mal wieder von seiner Jugend, seinem Elternhaus und den Abenteuern, die er schon zu bestehen hatte. Hie und da erfand er etwas dazu und lies sich selbst in einem besseren Licht erscheinen, als dies der Wahrheit entsprach, so wie das viele Menschen vor ihm auch schon getan hatten um einem ansonsten zweckfreien Leben ein wenig Glanz zu verleihen.</p>
<p>Wer konnte auch schon sagen, was Wahrheit wirklich ist? War es nicht eher so, das die Wahrheit immer subjektiv und von jedem anders wahrgenommen wurde? Was machte es also, wenn er sich besser darstellte, als er eigentlich war?</p>
<p>Doch je öfter er die Geschichten zum Besten gab, je mehr Bewunderung der falsche Teufelskerl, den er zeichnete, einstrich, desto mehr kam ihm dieser vor wie eine Karikatur, und die Maske aus Lügen und Übertreibungen löste sich immer mehr in ihre Bestandteile auf. Er erkannte mit steigendem Entsetzen, dass sie nicht dazu diente, andere zu täuschen, sondern dazu ihn selbst zu schützen. Sie bewahrte ihn davor sich selbst in seiner Bedeutungslosigkeit, ohne den Lidstrich der Beschönigung und ohne das Rouge der falschen Darstellung, ansehen zu müssen. Was sollte ihn ohne diese Maske noch davon abhalten dieses unnütze Dasein, zu beenden?</p>
<p>Mit einem Ruck holte er sich aus seinen Gedanken zurück und nahm einen großen Schluck von seinem Bier. Durch die betäubende Wirkung des Alkohols fühlte er sich zuversichtlicher, stärker und war eher bereit seinen eigenen Erzählungen Glauben zu schenken.</p>
<p>Mit Erstaunen blickte er in die erwartungsvollen Gesichter seiner Zuhörer so als würde er sie jetzt zum ersten Mal richtig wahrnehmen. Nur allzu gerne und bereitwillig ließen sie sich von ihm belügen und schienen ihm jeden Satz von den Lippen zu saugen, sodass er sich manchmal selbst nicht mehr hören konnte. Fast so als würde er in einem Vakuum sprechen. Unwirklich und in Zeitlupe, wie ein Traum ohne Erwachen.</p>
<p>&#8220;Was du da erzählst, ist kompletter Schwachsinn, mein Junge.&#8221; Die schneidende Stimme des Alten mit der Baskenmütze schien in der kleinen Kneipe nachzuhallen und jedes sonstige Geräusch schien von ihr eliminiert worden zu sein. Er rieb sich nachdenklich den grauen, gepflegten Bart und schaute Josef direkt in die Augen. &#8220;Ich war dort und habe das miterlebt von dem du hier erzählt hast. Dich hab ich allerdings nie gesehen und auch nicht von dir gehört. Wie wär&#8217;s zur Abwechslung mal mit der Wahrheit?&#8221;</p>
<p>Der Alte sprach ruhig und frei von Aggressivität und vielleicht war es gerade diese ruhige Art, die Josef eine Verteidigung unmöglich machte und ihm das Gefühl gab nackt und schutzlos vor all den Menschen dazustehen.</p>
<p>&#8220;Oder hast du Angst vor dem, was übrig bleibt, wenn man deine Lügen und Aufschneidereien von dir abzieht?&#8221;</p>
<p>Es war als würde der Alte in seinen Gedanken lesen und die Entgegnung, die er sich gerade im Kopf zurechtgelegt hatte, brach nach diesem Satz in sich zusammen wie eine baufällige Bretterbude.</p>
<p>&#8220;Ich &#8230; ich &#8230; äh&#8221;, stotterte Josef vor sich hin, sichtlich um Fassung bemüht, bevor er sich schließlich zum Angriff entschloss. &#8220;Ich glaube nicht, dass die Wahrheit hier willkommen wäre, alter Mann. Man sollte ihr nicht ungeschützt und unbedarft gegenübertreten, wenn man nicht sicher ist, ob man sie erträgt.&#8221;</p>
<p>&#8220;Warum versuchst du es nicht einfach?&#8221;, erwiderte der Alte, nahm sein Bierglas und prostete ihm auffordernd zu. &#8220;Erzähl uns doch einfach von deinem wahren Leben. Vielleicht ist das ja sogar interessanter als das Erfundene.&#8221;</p>
<p>Sein vielsagendes Lächeln lies ihm einen unangenehmen Schauer über den Rücken laufen. Er fühlte sich ertappt, unter Druck und gleichzeitig seltsam gierig darauf die Gelegenheit zu nutzen, all den seelischen Müll, der auf ihm lastete, zu entladen.</p>
<p>&#8220;Na gut&#8221;, sagte er schließlich, trank sein Glas in einem Zug leer und atmete tief durch. &#8220;Ihr habt es so gewollt.&#8221;</p>
<p>&#8220;Ich bin kein Doktor der Philosophie, kein Weltreisender und auch die meisten Abenteuer von denen ich erzählte waren erfunden. Ja, nicht mal einen Führerschein habe ich bisher gemacht. Der Alte hat ganz Recht. Ich bin ein Aufschneider, der eigentlich gar nichts kann, außer vielleicht Geschichten zu erzählen.&#8221;</p>
<p>Den Zuhörern stand der Mund offen und sie starrten ihn in einer Mischung aus Ärger, Verblüffung und Freude über die spannende Wendung des Abends, an. Aber keiner von ihnen wagte es ihn zu unterbrechen. Dafür schien ihnen die Aussicht darauf, den sich andeutenden Seelenstrip zu genießen und eine Sensation aus erster Hand zu erfahren, viel zu verlockend.</p>
<p>Der Alte seinerseits stopfte sich genüsslich eine Pfeife, so als richte er sich darauf ein, für längere Zeit unterhalten zu werden.</p>
<p>&#8220;Ihr wollt die Wahrheit hören?&#8221;, fuhr Josef schließlich fort. &#8220;Dann will ich euch von dem Kerl erzählen, der hier vor euch sitzt, und euch Märchen erzählt hat:</p>
<p>Es ist nun schon 8 Jahre her, da beschloss ich vor dem tristen Alltag der Arbeitslosigkeit in meiner Heimat zu fliehen. Meine erste Frau hatte sich gerade von mir scheiden lassen und mein gesamtes Leben lag, wie ein Puzzle vor mir dessen Teile nicht zusammenpassten. Nichts von dem, was ich bisher getan hatte, führte irgendwo hin und nichts entsprach dem Leben, das ich mir in meiner Phantasie ausgemalt hatte und von dem ich erzählte, wenn ich ein paar Bier zu viel hatte.</p>
<p>So nahm ich eine Stelle in Madrid an. Immerhin halfen mir meine Sprachkenntnisse dort zurechtzukommen und ich konnte die Probleme hinter mir lassen und neu anfangen. So dachte ich zumindest. Doch Probleme kann man nicht zurücklassen. Sie schmuggeln sich ins Gepäck oder in die Jackentasche. Man kann ihnen nicht entfliehen, man muss sie lösen. Aber davon wollte ich damals noch nichts wissen.</p>
<p>Ich beschloss mich auf meinen neuen Job zu konzentrieren und ansonsten ein ruhiges, zurückgezogenes Leben zu führen, lediglich unterbrochen von meiner Leidenschaft für Bücher. Und so verbrachte ich meine Freizeit überwiegend in Bibliotheken und widmete mich den geistigen Genüssen in den zahlreichen Museen der Stadt. Mit den weltlichen Freuden wollte ich vorerst nichts mehr zu tun haben. Vielleicht würde mir die Ruhe und Einsamkeit, die einem eine hektische Metropole wie Madrid mit ihrer Anonymität anbot, gut tun dachte ich.</p>
<p>Das ging auch fast zwei Jahre lang gut. Ich hatte mich bereits an das Leben eines Eigenbrötlers gewöhnt und war zufrieden damit. Doch dann, eines Tages, als ich mich wieder mal in einer meiner Lieblingsbibliotheken nahe des <em>Plaza de Cibeles </em>aufhielt, erschien sie und wischte mein bisheriges Leben und all meine Vorsätze beiseite, nur durch ihre pure Präsenz. Ihre langen, schwarzen Haare waren zu leichten Locken geformt, welche das hübscheste Gesicht umrahmten, das ich jemals gesehen hatte. Und wenn sie lächelte, war das nicht nur Mimik, sondern es erstrahlte ihre gesamte Erscheinung.</p>
<p>Sie bemerkte mich zunächst gar nicht und so beschloss ich von meiner Seite aus nicht aktiv zu werden und meine Gefühle als Hormonwallung abzutun. Aber Liebe ist wie ein Virus. Wenn er sich erst einmal festgesetzt hat, lässt er einen nicht mehr los und breitet sich immer weiter aus, bis er Besitz von jeder einzelnen Faser des Körpers ergriffen hat. Ich hatte nicht die geringste Chance, auch wenn mir das damals noch nicht klar war.</p>
<p>Wie gesagt, ich versuchte zunächst sie zu ignorieren, aber das Schicksal hatte andere Pläne. Ich hatte das einzige verfügbare Buch über Cervantes vor mir, und da sie dasselbe Buch benötigte, wurde sie zu mir herüber geschickt, um zu fragen, ab wann sie es haben könne. Während wir das Buch gemeinsam zum Nachschlagen und Recherchieren nutzten, kamen wir ins Gespräch. Wir sprachen über Gott und die Welt, über gemeinsame Vorlieben und Interessen und waren uns innerhalb kürzester Zeit vertraut genug, um uns von unserem bisherigen Leben zu erzählen. Bei einigen wenigen Menschen ist das wohl so. Sie stehen vor einem und es ist als wäre man zusammen aufgewachsen. Keine Spur von Angst oder Misstrauen. Einfach nur Vertrautheit.</p>
<p>Aber so gern ich mich auch dem Gespräch mit ihr hingab, mein tiefstes Inneres kämpfte gegen meine Zuneigung an. Die Gesetze der Zeit waren außer Kraft, wenn ich mit ihr zusammen war und ich fühlte mich seltsam zerrissen, wenn wir uns verabschiedeten. Dennoch zögerte ich einen Schritt weiter zu gehen, obwohl wir uns dann öfter trafen und auch ihre Zuneigung nicht zu übersehen war.</p>
<p>&#8220;Du wirst sie unglücklich machen!&#8221;, hämmerte es ständig in meinem Kopf. &#8220;Lass es bleiben und geh, solange noch Zeit dafür ist.&#8221;</p>
<p>Das nahm ich mir dann auch vor und beschloss ihr bei einem Abendessen mitzuteilen, dass ich künftig beruflich stärker eingespannt wäre und wir uns eine Weile nicht mehr sehen könnten. Es war bis dahin ja noch nichts passiert, dachte ich. Ein Abschied unter Freunden war also noch möglich.</p>
<p>In Wirklichkeit war zwischen uns schon viel mehr passiert als in mancher Liebesbeziehung im ganzen Leben. Unsere Seelen hatten sich längst ineinander verfangen und man konnte die entstandenen Verflechtungen nicht mehr ohne Weiteres lösen. So kam es wie es kommen musste. Ich hatte mir die Worte sorgfältig zurechtgelegt und war bereit meinen Plan zu verwirklichen. Aber die Sätze, die ich vorbereitet hatte, waren nicht dieselben die meine Lippen tatsächlich verließen. Ich hörte mich plötzlich von Liebe und Zukunft sprechen und der innere Kampf brannte in mir wie Lava, doch ich war wie ferngesteuert. Mein eigener Wille war irgendwo auf dem Weg zum Restaurant verloren gegangen.</p>
<p>Ihre Mischung aus südländischem Temperament und sensiblem Einfühlungsvermögen hatte mich vollständig eingefangen und unsere Leidenschaft führte uns nach dem Essen direkt zu mir nach Hause. Unsere Küsse ließen sich schon im Taxi nur noch mühevoll unter Kontrolle halten und als die Haustür hinter mir ins Schloss fiel brachen alle Dämme. Unsere Liebkosungen fanden erst auf dem Höhepunkt der Erregung ein Ende, da wo sie normalerweise mit der Vereinigung zur Erfüllung führen sollte. Urplötzlich hatte ich wieder vor Augen, was ich den ganzen Abend verdrängt hatte, und mein &#8220;kleines Problem&#8221; kam mir nun wieder um so schmerzlicher ins Bewusstsein. Hatte ich denn wirklich geglaubt die Sache hätte sich plötzlich wie von Zauberhand von selbst erledigt, nur weil ich mich bis über beide Ohren verliebt hatte? Die Hoffnung gaukelt einem manchmal solche Illusionen vor.&#8221;</p>
<p>&#8220;Wie jetzt?&#8221;, fragte einer aus der Runde dazwischen. &#8220;Was war denn?&#8221;</p>
<p>&#8220;Oh Mann, hast du vielleicht deinen Empfänger nicht an?&#8221;, erwiderte ein anderer. &#8220;Er hat zwar nen Regenschirm, kann ihn aber nicht aufspannen. Verstehste?&#8221;</p>
<p>&#8220;Ach so&#8221;, nickte er verständig, wobei sein Gesichtsausdruck vom Gegenteil zeugte, aber er wollte auch nicht weiter fragen, da ihn die anderen schon wegen der ersten Störung angepfiffen hatten. &#8220;Erzähl weiter&#8221;, sagte er somit und versteckte sich wieder hinter seinem Bierglas, während er weiter zuhörte.</p>
<p>&#8220;Sie war mindestens genauso peinlich berührt von der Situation wie ich. Nachdem sie sich wieder gefangen hatte und ich ihr erklärt hatte, dass es nichts mit ihr zu tun hätte, versicherte sie mir, dass dies schon mal vorkommen könne und nicht so schlimm wäre, aber auch ein wenig Enttäuschung konnte ich von ihren Augen ablesen. Die ganze Szene hatte etwas Unwirkliches und wir waren beide sichtlich erleichtert als ihr Taxi eintraf und wir uns verabschiedeten.</p>
<p>Wir sahen uns dann zwei Tage lang nicht. Wie sich nachher herausstellte, wusste sie genauso wenig wie ich, wie wir mit der Situation umgehen sollten. Aber die Gefühle, die wir füreinander empfanden, ließen sich ja nicht abschalten und so trafen wir uns schließlich zu einer Aussprache.</p>
<p>Diesmal sprachen wir offen, ohne Geheimnisse alles an. Dass es wenig Aussicht auf Heilung gäbe und wir klärten, wie wichtig ihr Sex in einer Beziehung war und dass dieser durchaus machbar sei, nur eben nicht in jeder Form.</p>
<p>Sie sagte sie habe lange nachgedacht und die Tage mit mir wären die schönsten gewesen seit ihre letzte Beziehung vor einigen Jahren in die Brüche gegangen war, und sie würde es, trotz aller Widrigkeiten, sehr gerne mit mir versuchen.</p>
<p>Ich konnte mein Glück kaum fassen und wir verlebten in jeder Hinsicht eine wunderbare Zeit miteinander. Lediglich ein leiser Zweifel schlich sich hin und wieder ein und verteilte sein Gift in kleinen Dosierungen fast unmerklich in meinen Gedanken. War sie wirklich glücklich oder tat sie nur mir zuliebe so als wäre sie zufrieden?</p>
<p>Schnell verwarf ich diesen Gedanken, aber je mehr der Alltag bei unserem Rosenbett die Dornen zutage förderte, desto misstrauischer und empfindlicher wurde ich. Jede noch so spaßig gemeinte Bemerkung über andere Männer versetzte mich in Panik und jede plötzliche Überstunde in ihrem Büro beraubte mich jedes klaren Gedankens.</p>
<p>Dabei war eigentlich alles in Ordnung. Kleinere Streitereien waren schließlich normal, wenn die rosarote Brille langsam beschlägt und man sie immer öfter mal abnimmt, um klarer zu sehen. Das ist gewöhnlich die Zeit, wo die Liebe sich als wahr erweisen muss und man sich aneinander reibt, um aus zwei Individuen eine Einheit entstehen zu lassen. Im Idealfall so, dass jeder ein paar seiner Kanten, nicht jedoch seinen Kern aufgeben muss.</p>
<p>Mir aber saß die Angst im Nacken alles zu verlieren. Jedes Mal wenn sie bei einer Gelegenheit ein &#8220;Ich liebe dich&#8221; vermissen ließ, wo sie es zuletzt noch gesagt hatte, meinte ich ein weiteres Indiz ihrer schwindenden Liebe zu erkennen. Logischerweise machte ich es ihr mit meinem Wahn tatsächlich immer schwerer mich zu lieben. Aber die Eifersucht und mein Minderwertigkeitskomplex verätzten mir die Augen und spielten mir Bilder vor, die in Wirklichkeit gar nicht existierten.</p>
<p>Dann war da ihr neuer Kollege. Er sah einfach umwerfend aus und sie verstanden sich auf Anhieb prächtig. Die beiden waren ein echtes Traumpaar. Rein freundschaftlich, sagte sie, aber das war ja bei uns am Anfang auch so gewesen.</p>
<p>Man konnte sie ja verstehen. Schließlich konnte er ihr Verlangen sicher besser stillen und wenn man ihn so ansah, musste man neidlos anerkennen, dass man die bewundernden Blicke der Damen zumindest nachvollziehen konnte. Warum sollte also gerade sie da eine Ausnahme sein, wo er sich doch offensichtlich auch zu ihr hingezogen fühlte? Rein freundschaftlich, versteht sich.</p>
<p>Mein Gehirn wurde langsam matschig und in den wenigen lichten Momenten, in denen ich das noch erkannte, flehte ich sie an mir meine Eskapaden zu vergeben, was sie auch immer wieder tat. Wie groß ihre Liebe sein musste, um dies alles zu ertragen, kam mir damals nicht in den Sinn. Ich begann zu trinken, weil ich mir mit genügend Alkohol intus nicht mehr wie ein kompletter Versager vorkam. Im Bett ging nun gar nichts mehr, obwohl wir früher trotz meines Handicaps immer viel Spaß hatten. Seit ich jedoch jede ihrer Reaktionen auf meine Berührungen wie ein Buchhalter erfasste und ihr jede Abweichung und jedes Anzeichen von Gleichgültigkeit vorhielt, zog sie sich immer mehr zurück. Mich bestätigte das wiederum in meiner Annahme sie würde mich nicht mehr lieben.</p>
<p>Ich war mir mittlerweile sicher, dass sie ein Verhältnis mit ihrem Kollegen hatte. Ich besuchte sie immer öfter mal bei der Arbeit, um sie zu kontrollieren und mein Alkoholkonsum stieg kontinuierlich. Durch die entstehenden Fehlzeiten verlor ich meinen Job. Aber das war mir nicht wirklich wichtig. Im Gegenteil, das gab mir mehr Zeit um die Wahrheit ans Licht zu bringen oder zumindest das, was ich dafür hielt.</p>
<p>Dann eines Abends, als ich sie nach der Arbeit abholen wollte, sah ich die beiden in ein Restaurant gehen und durchs Fenster sah ich sie in seinen Armen. Sie weinte, aber darauf achtete ich in dem Moment gar nicht. Ich hätte es in meiner Mischung aus Wahnsinn und Trunkenheit auch gar nicht zu deuten gewusst.</p>
<p>Sie hatte eine Schulter zum Ausweinen gebraucht um sich die Last die sie fast erdrückte von der Seele zu laden. Und meine Schulter war ja besetzt. Da klebte ich permanent selbst dran mit meinem Selbstmitleid.</p>
<p>Mit einem letzten bisschen Klarheit im Kopf hätte ich die Situation aufklären und alles zum Guten wenden können, aber es war zu spät. Wie von Sinnen stürmte ich in das Lokal und schlug, mit allem, was ich hatte und was mir in die Finger kam, auf ihn ein. Immer und immer wieder, bis ich selbst kraftlos zusammensank.</p>
<p>&#8220;Er ist tot &#8230; Mein Gott, er hat ihn getötet &#8230;&#8221; Wie durch einen dicken Wattebausch drangen die Stimmen der Gäste an mein Ohr und der Schleier vor meinen Augen lüftete sich langsam. Sie saß weinend vor mir auf dem Boden und schüttelte immer wieder ungläubig den Kopf. Sie sagte kein Wort aber ihre Augen schrien mir die Frage ins Gesicht: &#8220;Warum?&#8221;</p>
<p>Es war das letzte Mal, das ich sie gesehen habe. Als ich nach der Behandlung in der Psychiatrie und der Aussetzung meiner Reststrafe zur Bewährung, frei kam, war sie nicht mehr zu finden. Sie hatte mir einen Brief zukommen lassen:</p>
<p>&#8220;Ich hatte dich mehr als alles andere geliebt, doch du hast alles zerstört. Ich kann und will nicht mehr. Bitte such mich nicht.&#8221;</p>
<p>Ende. Kein Gruß, keine Unterschrift. Gar nichts. Ich bin mir sicher sie wollte mir dadurch zeigen, dass ihr Entschluss endgültig ist und keine Aussicht auf Versöhnung bestand.&#8221;</p>
<p>In der Kneipe war es mucksmäuschenstill. Die Zuhörer wagten noch nicht zu sprechen, so als würden sie fürchten ein heiliges Ritual, einen spirituellen Moment, zu zerstören.</p>
<p>Josef fühlte sich seltsam erleichtert, so als habe er eine Bleiweste getragen und könnte sich nun zum ersten Mal seit ewiger Zeit, befreit von dieser Last, bewegen.</p>
<p>Er wollte sich dem Alten zuwenden und fragen, woher er wusste, dass es ein Geheimnis gab, aber dessen Platz war leer. &#8220;Wo ist der Alte hin?&#8221;, fragte er in die Runde. Doch keiner wusste es.</p>
<p>An seinem Platz lag ein Zettel, auf dem er ein paar Zeilen gekritzelt hatte. Josef nahm ihn vom Tresen und las:</p>
<p>&#8220;Vertrauen ist das Fundament der Liebe, der Zweifel die Abrissbirne. Schön, dass du das mittlerweile gelernt hast. Meine Tochter hätte das sicher gerne noch mal selbst von dir gehört, bevor sie starb. Machs gut.&#8221;</p>
<p>Er rannte aus der Kneipe &#8230; aber der Alte war verschwunden.</p>
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		<title>Günther</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Jan 2011 21:38:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gerd</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Absturz]]></category>
		<category><![CDATA[Günther]]></category>
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		<description><![CDATA[Zitternd vor Kälte saß er vor dem Postamt bei 25° Celsius im Schatten. Abgestoßen aber doch neugierig, näherte ich mich der Gestalt. Schließlich wollte ich eine Geschichte schreiben, und was war besser geeignet als dafür etwas Stoff bei Leuten zu sammeln, deren Leben in allen anderen als  geordneten Bahnen verlief? Die Ursache für sein Frösteln war ganz offensichtlich unabhängig von der Außentemperatur ... ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zitternd vor Kälte saß er vor dem Postamt bei 25° Celsius im Schatten. Abgestoßen aber doch neugierig, näherte ich mich der Gestalt. Schließlich wollte ich eine Geschichte schreiben, und was war besser geeignet als dafür etwas Stoff bei Leuten zu sammeln, deren Leben in allen anderen als  geordneten Bahnen verlief? Die Ursache für sein Frösteln war ganz offensichtlich unabhängig von der Außentemperatur.</p>
<p>Als er mich sah, blickte er zu Boden. Er wollte nicht, dass ich ihn so sah. Was zum Teufel kümmerte es einen Mann in seiner Lage, was ich dachte? Dann langsam dämmerte es mir. Er kannte mich – und auch bei mir stellte sich langsam die Erinnerung wieder ein – ich hatte gleich so ein Gefühl gehabt, als hätte ich ihn schon mal irgendwo gesehen. Nur dass er damals gut gekleidet neben mir saß und der Schwarm aller Frauen, bzw. damals eher Mädchen war. Keine war vor ihm sicher gewesen – oder war es so, dass er vor keiner sicher war? Wer wusste das schon?</p>
<p>&#8220;Hallo, Günther&#8221;, sprach ich ihn an. Die Floskel &#8220;wie geht&#8217;s dir?&#8221; verkniff ich mir, denn das war offensichtlich. Stattdessen fragte ich: &#8220;Hast du `ne Minute für mich?&#8221;</p>
<p>Er schaute etwas verwundert zu mir hoch. &#8220;Sieht nicht so aus, als hätte ich heute noch viele Termine&#8221;, sagte er, &#8220;also nimm ausreichend Platz.&#8221;</p>
<p>Wenigstens seinen Humor hatte er noch nicht ganz verloren, dachte ich, obwohl seine Stimme verriet, dass in seiner Bemerkung mehr Bitterkeit als Freude mitschwang.</p>
<p>&#8220;Was willst du?&#8221;, fragte er. &#8220;Du brauchst dich nicht um mich zu kümmern. Mir geht&#8217;s bestens.&#8221;</p>
<p>&#8220;Oh, keine Sorge. Ich will mich nicht um dich kümmern, könnte ich auch gar nicht, selbst wenn ich wollte&#8221;, erwiderte ich und das war keineswegs gelogen. Auch ich hatte schon bessere Tage gesehen, auch wenn das wahrscheinlich nichts war im Vergleich zu dem, was er durchgemacht hatte.</p>
<p>&#8220;Nein, ich brauche deine Hilfe. Natürlich nur, wenn du Lust hast &#8230;&#8221;, fuhr ich fort.</p>
<p>Nun, er hatte keine große Lust, aber schließlich rang er sich doch durch, mir bei der Erstellung meiner Geschichte zu helfen. Anfangs noch stockend, dann immer freigiebiger erzählte er, wie es ihm ergangen war.</p>
<p>&#8220;Am Anfang war alles Dolce Vita&#8221;, kam er schließlich zum Kern. &#8220;Die Welt gehörte mir, die Frauen lagen mir zu Füßen, der Alkohol und sonstige Weltverschönerer waren immer griffbereit. Ich merkte gar nicht, wie sich die klebrige Masse meiner Scheinwelt immer dichter um mich wand. Es war ein nie enden wollendes Fest aus Rausch, Sex und Selbstüberschätzung. Dass dieser Lebensstil nicht gerade billig ist, kannst du dir ja denken.&#8221; War es ihm anfangs noch peinlich, mir davon zu erzählen, so merkte man nun, dass es da einiges gab, das aus ihm heraus wollte.</p>
<p>&#8220;Anfangs luden mich die reichen Schnösel, die ich damals für meine Freunde hielt, noch ein. Solange ich amüsant für sie war, wie ein possierliches Haustierchen oder ein Zirkusaffe. Als sie aber das Interesse an mir verloren, war es längst zu spät – mittlerweile brauchte ich den Alkohol und die Drogen &#8230; und vor allem die Anerkennung &#8230; das Gefühl, dazu zu gehören. Verstehst du?&#8221;</p>
<p>&#8220;Oh ja, das verstehe ich nur zu gut&#8221;, versicherte ich ihm.</p>
<p>&#8220;Ich begann meine Abhängigkeit, mit kleinen Diebstählen und Überfällen zu finanzieren&#8221;, fuhr er fort. &#8220;Anfangs nur kleine Ladendiebstähle, dann brauchte ich mehr Geld in kürzerer Zeit &#8230;&#8221; Er stockte. &#8220;Wer konnte denn ahnen, dass dieser Idiot den Helden spielen würde &#8230; Ich wollte doch nur die Kohle &#8230; er hätte es doch nur rausgeben brauchen &#8230;&#8221;</p>
<p>Die Dämme brachen und er weinte. Ob aus Selbstmitleid oder aus Verzweiflung konnte ich beim besten Willen nicht sagen.</p>
<p>&#8220;Da sitzt er.&#8221; Eine aufgeregte Stimme holte mich aus meinem Schockzustand. &#8220;Da drüben beim Postamt.&#8221; Mein Blick fiel auf einen leicht untersetzten Mann Ende vierzig, der mit zwei Polizeibeamten sprach und auf meinen Nebensitzer deutete. Mit gezogener Pistole kamen sie auf uns zu, nahmen Günther, der keinerlei Gegenwehr leistete, fest und nahmen meine Personalien auf.</p>
<p>Wie im Tran ging ich nach Hause und schaltete den Fernseher ein, ohne auch nur ansatzweise zu verstehen, was gesendet wurde. Ich ging ins Bett und fiel in einen unruhigen, alptraumgequälten Schlaf.</p>
<p>Am nächsten Morgen fand ich mich auf der Titelseite der lokalen Tageszeitung wieder, auf einem Bild neben Günther und den Polizisten.<br />
&#8220;Tankstellenmörder vor Postamt gefasst&#8221;, stand da in großen Lettern &#8230;</p>
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		<title>Neustart für Written-Dreams!</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Jan 2011 09:17:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gerd</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonstiges]]></category>
		<category><![CDATA[Neustart]]></category>
		<category><![CDATA[Written Dreams]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach längerer Pause ist es nun soweit &#8211; Written Dreams wird wieder online erreichbar sein und die Kurzgeschichten, Gedanken und Gedichte stehen Ihnen in Kürze zur Verfügung. Das Ganze wird in neuem Outfit erscheinen, aber hoffentlich genauso viel Spaß machen, wie die alte Seite. Ich freue mich auf Ihr Feedback und Ihr Interesse. Bis bald &#8230; </p><p><a class="more-link block-button" href="http://written-dreams.de/2011/01/hello-world/">Continue reading &#187;</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach längerer Pause ist es nun soweit &#8211; Written Dreams wird wieder online erreichbar sein und die Kurzgeschichten, Gedanken und Gedichte stehen Ihnen in Kürze zur Verfügung.</p>
<p>Das Ganze wird in neuem Outfit erscheinen, aber hoffentlich genauso viel Spaß machen, wie die alte Seite. Ich freue mich auf Ihr Feedback und Ihr Interesse.</p>
<p>Bis bald<br />
Ihr<br />
Gerd Ziegler</p>
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